Beschreibung

Angesichts der gegenwärtigen, vom PISA-Schock geprägten Bildungskampagne widmet sich das vorliegende Buch der Frage, wie in der Pädagogik der frühen Kindheit Bildung und der Bildungsauftrag von Tageseinrichtungen für Kinder verstanden werden.Im Mittelpunkt steht die Beschreibung und vergleichende Bewertung von drei in der Praxis wirksamen pädagogischen Konzepten (Situationsansatz, Reggio-Pädagogik und INFANS-Konzept). Ergänzend wird am Beispiel von zwei Erzieherinnen die Einlösung des Bildungsauftrags des Kindergartens im pädagogischen Vergleich illustriert. Nach einleitenden Bemerkungen zu Leitfragen und zur Vorgehensweise der Studie (Teil 1) wird in Teil 2 der Bildungsdiskurs in einem breiten Kontext verortet. Hierbei geht es einerseits um die Skizzierung der Traditionslinien (Humboldt u.a.) und der Abgrenzung der Begriffe Bildung und Erziehung. Andererseits werden frühkindliche Bildungsprozesse in der Perspektive der Entwicklungspsychologie (Piaget und Wygotskie) und der Neurobiologie (z.B. Wolf Singer) erörtert. Die Darstellung der drei ausgewählten pädagogischen Ansätze (Teil 3) wird durch systematische Aspekte strukturiert. Diese betreffen anthropologische Erkenntnisse bzw. Überzeugungen (Menschenbild bzw. Bild vom Kind), das Verständnis von Bildung und Lernen, die Vorstellung über die Rolle der Fachkräfte, die Grundsätze und Verfahrensweisen (Didaktik und Methodik) bei der Unterstützung und Anregung der kindlichen Bildungsprozesse (z.B. Projekte, Beobachtung/Dokumentation)) sowie - als Schwerpunkt einer Didaktik der indirekten Erziehung - die Gestaltung der Räume. Auf dieser Grundlage werden die einzelnen Profile der Ansätze herausgearbeitet. Das diesen Teil abschließende Kapitel erörtert Gemeinsamkeiten (wie z.B. die Auffassung vom Kind als von Anbeginn kompetente Person oder die Arbeit in Projekten) und Unterschiede (z.B. im Hinblick auf den unterschiedlichen Stellenwert anthropologischer und entwicklungspsychologischer Begründungsmuster für professionelles Handeln) in den ausgewählten Konzepten.Im abschließenden Teil 4 berichtet der Autor über die Ergebnisse von Interviews mit zwei Erzieherinnen, die im Anhang dokumentiert sind. Hier ergeben sich zahlreiche Verknüpfungspunkte mit den vorausgehenden Teilen der Arbeit. Die Wirkungen der Bildungskampagne und die Bemühungen der Fachkräfte, mit Bezug auf pädagogische Konzepte (insbesondere Situationsansatz und Reggio-Pädagogik) und mit Blick auf den neuen Orientierungsplan ihren Weg zu finden, kommen in den Interviewaussagen und deren zusammenfassenden Würdigung zur Geltung.

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