Beschreibung

Aufgrund des Paradigmenwechsels in Verbindung mit den Forderungen nach Deregulierung und Bürokratieabbau werden im Arbeitsschutz häufig nur noch Schutzziele oder unbestimmte Rechtsbegriffe vorgegeben. Dies hat aber nicht zu der erhofften Vereinfachung für die Betriebe geführt, sondern eher neue Unklarheiten und Schwierigkeiten hervorgerufen. Die dadurch auftretenden Umsetzungsprobleme werden anhand ausgewählter gesetzlicher Bestimmungen dargestellt, wobei insbesondere die kleinen und mittleren Betriebe wegen fehlender Ressourcen vielfach überfordert sind. Zudem haben sich die Tätigkeitsfelder in der Arbeitswelt verlagert. Im Zusammenhang mit der zunehmenden Standardisierung und Rationalisierung auch in den mittlerweile überwiegenden Formen der Erwerbstätigkeit von Büro-, Dienstleistungs- und Wissensarbeit, die früher überwiegend als rationalisierungsresistent eingestuft wurden, steigen die Fehlbeanspruchungen durch die erhebliche Zunahme der psychischen Belastungen. So gehört eine für die Beschäftigten belastungsungünstige Arbeitsorganisation zu den zentralen Stressfaktoren im Arbeitsleben, bei denen der Umfang des Handlungsspielraums und die Komplexität der Arbeitsprozesse maßgebliche Stellschrauben sind. Infolge der aus wirtschaftlichen Gründen forciert verfolgten Optimierung und Standardisierung der Arbeitsprozesse gerät der Arbeitsschutz häufig ins Hintertreffen, indem arbeits- und gesundheitsschutzkonforme Anpassungen für die Ressource Mitarbeiter vernachlässigt werden, weil belastungsungünstige Interdependenzen nicht erkannt werden oder zum Teil aus Unkenntnis, da entsprechende interdisziplinäre Arbeitsschutzkenntnisse " vor allem hinsichtlich psychischer Belastungen " bei den Organisationsverantwortlichen bzw. Führungskräften und ihren Beratern oft genug nicht gegeben sind.

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