Beschreibung

pdf-FormatIn Paul Celans Übertragungen französischer Lyrik erweist sich seine Übersetzungspraxis zugleich als kritische poetologische Reflexion.Der Königsweg zum Verständnis von Paul Celans Poetik liegt in der Untersuchung seines umfangreichen Übersetzungswerkes. Neben seinem dichterischen "uvre hat Celan im Laufe seines Lebens Übertragungen aus insgesamt sieben Sprachen angefertigt. Ute Harbusch unternimmt eine Lektüre seiner übersetzerischen Auseinandersetzung mit den französischen Symbolisten, wie zum Beispiel Charles Baudelaire, Stéphane Mallarmé, Arthur Rimbaud, Paul Valéry und anderen. Dabei macht sie erstmalig die poetologische Dimension von Celans Beschäftigung mit diesen kanonischen Vertretern der modernen Lyrik sichtbar. Einerseits unternimmt Celan übersetzend den Nachvollzug einer lyrischen Sprache der Vergangenheit, der er sich selbst verpflichtet weiß. Andererseits gehorcht er einem Bedürfnis nach Abgrenzung, ist doch diese lyrische Sprache der Vergangenheit mit ihrer Lebensabgewandtheit und Artifizialität eine Sprache, derer er sich nach der »Zeitenschrunde« des Holocaust nicht länger bedienen kann. Daher sind seine Übertragungen »Gegenübersetzungen« in des Wortes doppelter Bedeutung, nämlich »Gegenüber-Setzungen« und »Gegen-Übersetzungen« zugleich: Sie setzen sich in Beziehung zum Gegenüber des Ausgangstextes, und sie setzen diesem einen anderen, eigenen sprachlichen Gestus entgegen.

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