Kritische Diskussion des sale and lease back-Verfahrens bei der Finanzierung von Unternehmensimmobilien

Beschreibung

Der Trend bei den deutschen Gewerbeimmobilien geht inzwischen dazu, dass die Immobilien nur noch als optimales Wirtschaftsgut bezüglich der Nutzung, Gebäu-deart, Gebäudestruktur und der Nutzungsdauer gesehen werden. Dafür müssen diese aber nicht notwendigerweise im Unternehmenseigentum gehalten werden. Außerdem betrachten viele Unternehmen das Sachkapital zunehmend eher als Betriebsausgabe denn als Vermögenswert und somit "als etwas, das man besser leiht als besitzt". Eine Möglichkeit sich von den selbst genutzten Immobilien zu trennen besteht im Verkauf mit einer anschließenden Rückmietung der benötigten Flächen. Diese Vorgehensweise wird als sale and lease back-Transaktion be-zeichnet und ist im Ausland im Vergleich zu Deutschland bereits viel weiter ver-breitet. Einer der Gründe hierfür liegt in der stärkeren Ausprägung der Maximie-rung des Shareholder Value in den angelsächsischen Ländern. Durch eine sale und lease back-Transaktion verschwinden die Immobilien aus der Bilanz und die Eigenkapitalrendite kann verbessert werden.In der Vergangenheit hat sich das sale and lease back-Verfahren unter steuerli-chen, rechtlichen und bilanziellen Aspekten insbesondere für Mobilien bewährt. Zudem ermöglicht es eine höhere Flexibilität. Dieses gilt aber auch für die Finan-zierung von einzelnen Immobilien oder Immobilienpaketen, da das Immobilien-Leasing unverändert eine bedeutende Rolle bei der Immobilienfinanzierung spielt. Trotzdem muss wegen dem sich ändernden Umfeld die Desinvestition von be-triebsnotwendigen Immobilien gut durchdacht werden. Dabei spielt insbesondere auch die Notwendigkeit eines guten Ratings aufgrund von Basel II eine bedeuten-de Rolle. Gleichzeitig erschweren aber die neuen Bilanzierungsrichtlinien, die In-ternational Financial Reporting Standards (IFRS), eine vollständige Finanzierung der Immobilie außerhalb der Bilanz des Unternehmens, welches die Immobilie nutzt. Deshalb wird als eines der ersten Ziele ein Vergleich der steuerlichen Lea-singerlasse mit den internationalen Bilanzierungsrichtlinien durchgeführt, um die steuerlichen und bilanziellen Voraussetzungen einer Finanzierung der Immobilie außerhalb der Bilanz darzustellen.Bei einer geplanten sale and lease back-Transaktion sind auch immer die Situati-on und die verfolgten Ziele des jeweiligen Unternehmens zu beachten, weil diese die Handlungsalternativen der Unternehmen unterschiedlich beeinflussen und daraus resultieren unterschiedliche Entscheidungsmöglichkeiten. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist daher die Diskussion der möglichen Chancen und Risiken einer sale and lease back-Transaktion. Aus diesen werden anschließend mögliche Ent-scheidungsbäume für die unterschiedlichen Unternehmenssituationen entwickelt. An einem konkreten Beispiel aus der Praxis wird zum Abschluss ein Kalkulations-vergleich zwischen einer sale and lease back-Transaktion und einer klassischen Finanzierung durchgeführt. Hierbei wird aufgrund der Kenntnis der Unternehmen nur die mögliche Veräußerung von Einzelimmobilien betrachtet. Da grundsätzlich auch kein Unterschied zwischen einem Bestandsgebäude oder einer neuen Inves-titionsentscheidung besteht, konzentriert sich die komplette Arbeit auf eine sale and lease back-Transaktion eines Bestandsgebäudes.

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