Beschreibung

am 5. September 1936 fährt Robert Capa mit seiner Geliebten Gerda Taro an die Front in der Nähe des Dorfes Cerro Muriano, wo die Columna Alcoyana eine Artilleriestellung der Republikaner verteidigt. Die Lage ist ruhig, und die Milizionäre, unter ihnen der junge Arbeiter Federico Borrell Garcia, posieren für Capras Kamera. Capra rennt neben ihnen her und schießt seine Bilder, während die Soldaten über ein Stoppelfeld laufen, ihre Gewehre anlegen und feuern. Sie springen über ein trockenes Flussbett und drehen sich einzeln in Siegerpose zur Kamera. Doch die Schüsse alarmieren die faschistischen Truppen. Als Federico Borrell Garcia springt und sich zu Capra umdreht, trifft ihn ein Schuss im Kopf. Er ist sofort tot.Er hatte den Tod fotografiert, hieß es später. Das Foto wurde eine Ikone des Krieges und machte Capa weltberühmt. Anfang 2008 tauchen 3.000 verloren geglaubte Negative im Nachlass eines mexikanischen Diplomaten auf. Unter ihnen Fotos vom 5. September 1936, die Männer zeigen, die im Krieg den Heldentod simulieren. Federico Borrell Garcia wurde vom Tod eingeholt. Live und unplugged.Ein Bild trügt mehr als tausend Worte, schrieb der bekannte Journalist Alan Posener am 18. Oktober 2008 in WELT ONLINE. In jedem Krieg sei das erste Opfer immer die Wahrheit, so Posener, und stellte die Frage nach Capas Verantwortung.Auch Heinz-Joachim Simon stellt die Frage nach der Wahrheit um die Legende Robert Capa, aber er stellt sie von einer ganz anderen Seite. Wie jeder Romancier ist er vornehmlich nicht an der historisch faktischen Wahrheit interessiert (weil selbst die Fakten, wie das Beispiel Robert Capa zeigt, im postmodernen Zeitalter unter dem dünnen Glas der skeptizistischen Verführ- und Manipulierbarkeit zerbrechen); Heinz-Joachim Simon interessiert die innere Wahrheit der Legende Robert Capa, und die ist ohne die subjektive Optik des Autors nicht zu haben, denn hier werden historische Leerstellen schließlich mit den Fäden der narrativen Fiktion gestopft.Heinz-Joachim Simons Frage: Wie könnte es gewesen sein? speist sich unmittelbar aus dem Credo Capas: Ist ein Bild schlecht, dann warst du nicht nah genug dran. Anders als Capas Biograf Richard Whelan nimmt er auch Fäden und Fährten auf, die abseits der Chronistenstrecke liegen, um nicht ein faktentreues, sondern lebendiges Bild jenes Mannes zu zeichnen, der den Tod zu suchen schien, obwohl er ein sinnlicher Lebensliebhaber war. So fand er schließlich beides: den Tod als Opfer seines Kriegsreporter-Hand

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