Beschreibung

Über das Wohlbefinden von Frauen nach der Geburt eines Kindes ist bislang wenig bekannt. Vereinzelt finden sich Hinweise, dass Frauen ihre subjektive Gesundheit trotz bestehender Krankheitslast sehr positiv bewerten, so dass tatsächlich nur wenige Rückschlüsse auf die Notwendigkeit auf eine verbesserte gesundheitliche Versorgung von Frauen im Kontext einer Geburt gezogen werden können. Um das Wohlbefinden gesunder Frauen nach der Geburt eines Kindes darstellen zu können, wurden deshalb in einer Sekundäranalyse die Daten von 719 Erst- und 310 Mehrgebärenden ausgewertet, die im Rahmen einer multizentrisch angelegten, prospektiven Interventionsstudie zum Versorgungskonzept Hebammenkreißsaal an der Hochschule Osnabrück unter Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (FKZ 01 GT0616) zum Zeitpunkt der Geburt sowie acht Wochen und sechs Monate nach der Geburt erhoben wurden. Aspekte des Wohlbefindens waren die subjektiv empfundene Krankheitslast sowie die subjektive Gesundheit und die gesundheitsbezogene Lebensqualität, wobei die beiden letzt genannten auch auf ihre beeinflussenden Faktoren hin untersucht wurden. Die subjektive Gesundheit wurde über die Frage Wie würden Sie Ihren Gesundheitszustand im Allgemeinen bezeichnen operationalisiert, die über eine fünf-Punkte Likert Skala zu beantworten war. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde über das Medical Outcome Study " 36 Item Short Form (SF-36) erfragt. Neben einer Reihe von Faktoren, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Geburt stehen, zeigten sich geburtsspezifische Aspekte als signifikante Einflussgrößen, wobei zwischen Erst- und Mehrgebärenden Unterschiede in der Bewertung identifiziert werden konnten. Besonders eindrucksvoll erwies sich der Einfluss eines negativen Geburtserlebens auf die subjektive Gesundheit und die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Mehrgebärenden sechs Monate nach der Geburt. Die Ergebnisse der Analyse fordern dazu auf, subjektive Gesundheitseinschätzungen von Frauen nach der Geburt eines Kindes in die Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung zu integrieren und die Qualität der geburtshilflichen Versorgung nicht wie bisher ausschließlich am kindlichen Wohlbefinden unmittelbar nach der Geburt zu messen.

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