Beschreibung

Aus dem Vorwort von Onno van der HartIn ihrem außerordentlich gut dokumentierten Buch "Trauma und die Folgen" präsentiert die international anerkannte Psychologin Michaela Huber einen exzellenten Einblick in den Stand der Wissenschaft und die klinischen Erkenntnisse der vielen Facetten des Traumas. Dabei hat sie ihre Talente als sehr erfahrene Therapeutin, Supervisorin, Ausbilderin und als bekannte Autorin miteinander verknüpft und einen äußerst lesbaren Text geschaffen, der erklärt, was bei traumatisierenden Ereignissen wirklich geschieht, wie die erzwungenen Fragmentierungen während und nach dem Ereignis dem menschlichen Gehirn zusetzen, wie Opfern das Überleben gelingt, wie ihre Beziehungen und Bindungen durch die Bedeutung des Traumas beeinflusst werden, wie Traumatisierung sich in einer Reihe von Symptomen und psychischen Störungen niederschlagen können und welche Funktionen solche traumabedingten Schlüsselsymptome wie Selbstverletzung haben können. Darüber hinaus ist sie nicht vor der äußerst schwierigen und undankbaren Aufgabe zurückgeschreckt, sich als Überbringerin schlechter Nachrichten zu erweisen, das heißt, eine der schrecklichsten Formen von Misshandlungen zu beschreiben, nämlich organisierte sadistische Gewalt, die häufig als rituelle Gewalt bezeichnet wird. Medien und viele Angehörige von Berufsgruppen im Sozial- und Gesundheitswesen tun dieses scheußliche Phänomen gern als "zu phantastisch, um wahr zu sein" ab; das würden viele von uns auch gern machen, die wir Überlebende solcher chronischen Misshandlungen behandeln und mit dem extremen Leid konfrontiert sind, die aus solcherart erlittener Gewalt herrührt.In "Trauma und die Folgen" kann Michaela Huber ihre außergewöhnlichen Qualitäten so umsetzen, dass ihr Text sowohl äußerst instruktiv ist für KollegInnen im Sozial- und Gesundheitswesen als auch sehr informativ und gut lesbar für eine allgemeine Öffentlichkeit, einschließlich der Menschen, die selbst traumatisiert worden sind. ... Ihre zahlreichen sehr informativen Fallbeispiele sind gekennzeichnet von ihrem tiefen Respekt für Traumaüberlebende. Indem sie ihnen sowohl in ihrem Leid wie in ihrer menschlichen Würde - die so sehr von den Menschen attackiert wurde, die ihnen Gewalt antaten - begegnet, hat Michaela Huber ein mutiges und von Achtsamkeit und Respekt getragenes Buch geschrieben.Tatsächlich brauchen LeserInnen selbst einen gewissen Mut, um sich für die Wirklichkeit menschengemachter Traumata in ihren vielen Ausdrucksformen zu öffnen, die Michaela Huber so eindrucksvoll beschreibt. Vielleicht wird man nach der Lektüre trauriger, aber auch weiser sein. Und man erhält ein starkes empirisch fundiertes und klinisch überprüftes Wissen als solide Grundlage für weiteres Lernen über die Heilungsmöglichkeiten von seelisch erschütternden Ereignissen.Ich wünsche diesem so wichtigen Buch viele LeserInnen und für uns alle noch mehr so engagierte und kompetente KollegInnen wie Michaela Huber. Möge dieses Buch in diesem Sinne dazu beitragen.Aus dem Vorwort von Luise ReddemannDas Thema schwere Traumatisierungen und deren Folgen ist in Deutschland später als in anderen Ländern ins Bewusstsein der Fachleute gerückt. Während insbesondere in den USA und den Niederlanden bereits eine Fülle von Erkenntnissen und klinischen Wissen zusammen getragen war, wussten wir hier in Deutschland Anfang der 1990er Jahre so gut wie nichts über dissoziative Störungen.Damals gab es eine kollegiale Intervisionsgruppe zu diesem Thema in Bielefeld, an der auch Michaela Huber und ich teilnahmen. Das Verständnis der Störungsbilder und den Umgang damit mussten wir uns mühsam zusammensuchen, denn auf Deutsch gab es nichts Brauchbares. Zwangsläufig haben wir viel durch Versuch und Irrtum gelernt.Heute wissen erheblich mehr Therapeutinnen und Therapeuten als früher um Traumatisierungen und deren Folgen. Dennoch ist festzustellen, dass viele im Hinblick auf genaue Diagnostik und Therapie unsicher sind. Die genaue Kenntnis der Störungsbilder und eine präzise diagnostische und prognostische Einschätzung sind aber, wie bei jeder Psychotherapie, von großem Wert. Darüber hinaus kann eine nicht trauma-adaptierte Therapie bei einem traumatisierten Menschen viel Unheil anrichten, dessen Leiden verlängern und die Therapie verzögern.Michaela Huber ist eine der Pionierinnen auf dem Gebiet der Traumaforschung und Therapie und hat mit ihrem Buch "Multiple Persönlichkeiten" bereits einen Meilenstein gesetzt. Es verwundert daher nicht, dass sie in ihrem neuen Buch besonderen Wert auf das Verständnis der schweren Traumatisierungen legt. Dies ist zu begrüßen.Einen großen Verdienst dieses neuen Buches sehe ich darin, dass Michaela Huber eine ganze Reihe von Fragebögen zur Verfügung stellt, die in vergleichbaren Büchern so bisher nicht eingearbeitet worden sind. Da schließt dieses Buch eine Lücke. Damit und mit den genauen und einfühlsamen Beschreibungen der Symptome und Probleme von Patienten mit Traumafolgestörungen ist es auch für auf dem Gebiet noch nicht allzu erfahrenen Therapeutinnen möglich, sich einen guten Überblick zu verschaffen und diagnostische Klarheit zu gewinnen, und auch auf dem Gebiet bereits erfahrene Therapeutinnen und Therapeuten werden zu neuen Sichtweisen angeregt.

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