Beschreibung

Als die Gebrüder Lumière 1895 die erste öffentliche Vorführung mit "ihrem" Cinematographen durchführten, dachten sie wohl nicht im Entferntesten daran, dass man solche laufenden Bilder einmal an Millionen Menschen gleichzeitig verteilen könne. Doch stellten sie schon früh eine Art Massentauglichkeit dieses Mediums unter Beweis. Dies war um die vorletzte Jahrhundertwende durch die Projizierung eines Kinofilms " als Vorläufer der modernen Fernsehbildwiedergabe " bereits gegeben. Auch durch die Einführung der Farb-TV-Übertragungen in den 70ern versuchte man die Aufmerksamkeit und Faszination dieses Mediums auf sein Publikum aufrechtzuerhalten. Übertragungen der Bilder mittels Terrestrik, einer festen Installation über den Kabelanschluss oder ganz ungebunden über einen Satelliten erhöhten schnell die gebotene Vielfalt des Fernsehens. Dem Zuschauer sollte später ein größeres Erlebnis geboten werden, in dem man die örtliche Auflösung höher definierte (HDTV) und anstelle vom gewohnten 4:3-Bildseitenverhältnis ein breiteres Bild einführte. Dieser Schritt konnte jedoch u.a. deshalb nicht vollzogen werden, weil der Endverbraucher HDTV nicht anzunehmen vermochte. Stattdessen forcierte man die Einführung einer digitalen Übertragungskette hin zum Konsumenten (2000: Digital Video Broadcasting), um eine höhere Qualität und Programmvielfalt liefern zu können. Nach einer gestärkten Gerätepenetration in den Haushalten wird sich HDTV vermutlich doch noch durchsetzen können.Gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen der Fernseh- und Empfangstechnik berücksichtigen als eine primäre Prämisse stets die Anwendung beim Endabnehmer, um die Marktfähigkeit des Produktes zu sichern. Denn die Erfahrungen bei Markteinführungen von Technologien, bei denen die Endverbraucher zu wenig Beachtung gefunden haben, zeigen, dass letztendlich stets der Konsument über den Erfolg oder Misserfolg einer Technologie oder eines Produkts entscheidet. Er nimmt als Endabnehmer von Inhalten und Geräten nicht nur die Stellung eines "Finanzierers" sondern auch eines wegweisenden "Trendsetters" ein. Es werden zunächst die Entwicklungsrichtungen der TV-Technologie in Bezug auf die einzelnen Distributionswege, die sich derzeit in einem der größten Umwälzungsprozesse seit Beginn der TV-Übertragungen befinden, aufgezeigt. Die Arbeit stellt auf der Basis von vorhandenen Technologien und Geschäftsmodellen für die Distribution von Fernsehsignalen aktuelle Entwicklungen und mögliche zukünftige Trends von TV-Übertragungen dar. Distributionsverfahren der Gegenwart und Zukunft werden dazu u.a. hinsichtlich ihrer Qualität, ihrem technischen Aufwand und ihrer Kosten für den Endverbraucher betrachtet. Die Untersuchung dieser Aspekte basiert auf Beurteilungen aller am Distributionsprozess Beteiligten, wie den Rundfunkanstalten, den Netzbetreibern und der Industrie. Randbedingungen aus Politik und Marketing ergänzen die Untersuchung, die durchaus kritisch die kommenden Entwicklungen und insbesondere die Berücksichtigung der Verbraucherinteressen prüft.Die zentrale Fragestellung lautet, wie das Fernsehen der Zukunft in Deutschland aus Sicht des Verbrauchers aussehen könnte: Ist die Vielfalt der Verbreitungswege im Sinne der Konsumenten? Was hat der Verbraucher von den fünf Distributionswegen an Neuerungen zu erwarten? Welche Strategien wählen die Broadcaster, um den Zuschauern weiterhin möglichst attraktive Dienste liefern zu können? Wie ist eine Verschlüsselung von so genannten free-TV-Programmen zu bewerten? Lassen sich die Geschäftsmodelle der am Distributionsprozess Beteiligten überhaupt mit den Interessen der Konsumenten vereinigen? Wird dem Zuschauer eine zu große Belastung auferlegt, wenn er weiterhin mit der Technik zurechtkommen und durch neue Programmformen navigieren will?

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