Beschreibung

Wer immer sich mit Sprache beschäftigt, Autorin oder Autor, Leserin oder Leser, Kritikerin oder Kritiker ist, sollte diese sprachvirtuosen Texte unbedingt gelesen haben!Deshalb schreibt er, schreibt alles, alles aus sich heraus, Zeilen, Blätter, ganze Wände voll, deshalb schreibt er, damit niemand ihn, niemand ihn selbst lesen kann.Tinte. Tinte. Nur das Papiermädchen fehlt noch, mit den frisch geschöpften Bündeln, gerade so trocken, dass ein Wort nicht verläuft, sich nicht verirrt im Flachsleinen, blasse Lache, wortlos. Tinte, Tinte, der Korken, dessen Fuß getränkt ist, geschwärzt in Nacht, blau, nachtblau, er hat sich der Agraffe entzogen, liegt kopfüber neben dem Fass, seinem Fass, das er bewachen wollte. Die Quelle, Galläpfel, aufgebrochen, offengelegt, die Tinte atmet. Sie atmet und verführt ihn, den Schreiber, der schon bereit sitzt, aufsteht, steht, nur noch wartet, dass man ihm leere Blätter vorlegt, die er bestellt hat, täglich bestellt. Der Federkiel weiß sich noch unberührt, gerade erst irgendwelchen Armschwingen entrissen, gepflückt, wie eine überreife Frucht, auserwählt, um ein Schriftwerk zu vollbringen, um feine Bögen um zerbrechliche Säulen zu schwingen, Minuskeln, gebunden, umwoben, verstärkt mit Serifen, Diwani, Tempel, ganze Städte...

Rezensionen ( 0 )
Noch keine Rezensionen vorhanden.
Sie können die Erörterung eröffnen.
Zitate (0)
Sie können als Erste ein Zitat veröffentlichen.
Top