Beschreibung

In letzter Zeit wurde der Ruf nach einer umfassenden gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen im Sinne einer "Corporate Citizenship" laut und zunehmend stellt sich die Frage:"Ist eine ethisch vertretbare Geschäftstätigkeit unter der Maxime der Gewinnmaximierung und den Sachzwägen eines rauer werdenden globalen Wettbewerbes möglich- und wenn ja, wie?". Dass erfolgreiche Firmen heutzutage neben ökonomischen auch soziale und ökologische Ziele verfolgen sollen, erfährt breite Zustimmung. Doch wie gestaltet sich die unternehmensethische Verantwortung in der Praxis, wenn es "hart auf hart kommt"? Wo liegen mögliche Konfliktfelder und wie lassen sie sich lösen? Moderne Corporate Citizenship muss immer vor dem Hintergrund der Globalisierung gedacht werden: Wie können Unternehmen sicherstellen, in ihrem weltweiten Geschäft ethische Standards zu achten, ihre Einhaltung möglichst sogar aktiv zu fördern?Die Beantwortung dieser Fragen steht im Zentrum dieses Buches "mit Bezug auf die Novartis AG, die als Vorreiter im Bereich der Corporate Citizenship gelten kann. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Frage, wie die theoretischen Konzepte zur Vereinbarkeit von Moral und Gewinn in der Unternehmensstrategie, aber auch im operativen Geschäft ihre Anwendung finden. Denn nur, was nachprüf- und messbar umgesetzt wird, kann einen nachhaltigen Beitrag für alle Stakeholder liefern.Ausgangspunkt für die Untersuchung unternehmensethischen Engagements in der Praxis ist eine vergleichende Analyse der wichtigsten aktuellen Ansätze in der Theorie. Ziel des Buches ist es, zentrale Anwendungsgebiete der Unternehmensethik, aber auch die wichtigsten Spannungsfelder zwischen den einzelnen Positionen herauszuarbeiten. Maßgebliche Vertreter der aktuellen Forschung werden gegenübergestellt- Peter Ulrich und sein Konzept des republikanischen Liberalismus, Karl Homann und Andreas Suchanek als Vertreter einer auf ökonomischen Prinzipien fußenden Ethik und schließlich Daniel Dietzfelbinger mit seinem integrativen Ansatz. In einem Resümée werden die Positionen der vier Wissenschaftler an Hand verschiedener Schlüsselkriterien verglichen und dabei zugleich ihre Stärken und Schwächen aufgedeckt. Doch halten diese theoretischen Erkenntnisse auch dem Praxistest statt? Wie setzen Unternehmen ihre Verantwortung im Konkreten um? Dies wird im dritten Teil am Beispiel der Novartis AG als weltweit agierendem Konzern untersucht. Zunächst wird auf die Frage eingegangen, welche spezifischen Beiträge große Pharmaunternehmen zur humanen Ausgestaltung der Globalisierung leisten können. Besondere Bedeutung kommt hierbei den so genannten "Orphan Diseases" wie Tuberkulose und Malaria zu, die lange Zeit im Schatten pharmazeutischer Forschung standen. Auf der Suche nach Lösungsansätzen für globale medizinische Probleme verfolgt das Buch einen integrativen Ansatz: Nur das gemeinsame Engagement der Staatengemeinschaft, der Wirtschaft und der NGOs ist erfolgsversprechend.Nach dieser einführenden Analyse richtet sich das Augenmerk auf die Corporate Citizenship Strategie der Novartis AG. Ausgehend vom UN Global Compact, einer global orientierten Rahmenordnung für die Wahrnehmung ethischer Verantwortung durch Unternehmen, definierte Novartis vier zentrale Handlungsfelder, auf die sich die Verantwortung als Corporate Citizen bezieht: Patienten, HSE (Health, Safety and Environment), Mitarbeiter und Ethical Business Conduct. Um dem Ziel, umsetzungsorientiert zu arbeiten, gerecht zu werden, stellt der Autor die genannten Bereiche nicht nur dar, sondern orientiert sich an zwei zentralen Fragen. Erstens: Wie gelangte Novartis zu ihrer heutigen Corporate Citizenship Strategie, wie wurde sie kodifiziert? Zweitens: Wie stellt das Unternehmen sicher, dass diese Ziele auch umgesetzt werden?Bevor eine abschließende Gesamteinschätzung dieses Engagements im Lichte der theoretischen Erkenntnisse vorgenommen wird, greift das Buch ein besonders kontroverses Thema aus der Geschäftstätigkeit pharmazeutischer Unternehmen auf: die Biopatentierung: Darf es Patente auf Lebewesen geben und wenn ja, wo liegen die Grenzen?Im letzten Schritt werden theoretische und praktische Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengeführt und einer Beurteilung unterzogen. Im Fazit zeigt sich: Ethische Verantwortung ist für moderne Unternehmen Verpflichtung und Chance zugleich. Denn eine gut geplante und konsequent implementierte Corporate Citizenship nützt allen Stakeholdern " und trägt entscheidend zur strategischen Positionierung des Unternehmens bei.

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