Beschreibung

Was lässt einige junge Muslime radikal werden, vor allem fern ihrer kulturellen Heimat? Erdem Özbek sucht nach Antworten auf diese Frage in intensiven Interviews. Er ist selbst Teil der zweiten Migrantengeneration in Deutschland, ausgestattet nicht nur mit eigenen Erfahrungen, sondern auch mit einem wissenschaftlichen Background. Nihat etwa lebt als Sohn türkischer Eltern in Deutschland, irgendwo zwischen Familientradition und deutscher Pop-Kultur. Als Teenager bekommt er religiöse Jugendzeitschriften in die Hände. Die Texte sprechen ihn an, vermitteln Inhalte, die zu Hause und in der Schule kein Thema sind.Nafi dagegen erfährt von seinen Kollegen in einer westdeutschen Fabrik, es gebe mindestens zehn verschiedene Ausrichtungen des Islam, die er von zu Hause nicht kennt. Welche hat Recht? Die "hier geborenen und aufgewachsenen" türkischen Jugendlichen seien sehr verdorben, glaubt der Nachzügler aus der zweiten Einwanderungswelle. Um alles besser zu machen, schließt Nafi sich der radikalen islamistischen Gruppe Kaplan an. Mit solchen und ähnlichen Wandlungsprozessen beschäftigt sich Erdem Özbek. Seine biographischen Fallstudien liefern Innenansichten der Entwicklungsverläufe hin zum Fundamentalisums und beantworten die Frage nach den Motiven, die zur Islamisierung bzw. Fundamentalisierung führten und weiterhin führen.

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