Beschreibung

Deutschland war im Jahr 2003 weltweit der größte Warenexporteur mit Ausfuhren in Höhe von 746,74 Mrd. USD und der zweitgrößte Warenimporteur mit Einfuhren in Höhe von 600,42 Mrd. USD.Auch nahmen in den letzten Jahren in Deutschland sowohl die Exporte als auch die Importe kontinuierlich zu.Durch die Steigerung des globalen Warenaustausches sowie durch die Dominanz des USD im internationalen Wettbewerb werden Verträge zwischen Unternehmen aus unterschiedlichen Währungsgebieten in der Regel in USD geschlossen. Dies erhöht die dem Währungsrisiko unterliegenden Positionen eines Unternehmens. Der durchschnittliche Tagesumsatz an den Devisenmärkten erhöhte sich von 15 Mrd. USD im Jahr 1973 auf 1.210 Mrd. USD im Jahr 2001. Auch sind durch den globalen Wettbewerb die Gewinnmargen der Unternehmen kleiner geworden, so dass auch bereits eine geringfügige Veränderung des Wechselkurses den Unternehmenserfolg wesentlich beeinflussen kann.Der Wechselkurs beschreibt das Verhältnis zwischen zwei Währungen und definiert, wie viele Einheiten ausländischer Währung für eine Einheit inländischer Währung zu zahlen sind. Diese Mengennotierung ersetzte im Rahmen der Euroeinführung die Preisnotierung und stellt somit die aktuelle amtliche Notierung in Deutschland dar.Auch wenn sich durch die Einführung des EUR als gesetzliches Zahlungsmittel für viele Unternehmen im europäischen Währungsgebiet die Währungsrisiken reduziert haben, sind Währungsrisiken bei Transaktionen in anderen Währungen unverändert von hoher Bedeutung, nicht zuletzt auch aufgrund der zunehmenden Ausweitung und Globalisierung der Handelsströme. Zu den Rahmenbedingungen gehört die bereits angesprochene Dominanz des USD im internationalen Handel und weiterhin die Nachfrage nach europäischen Qualitätsprodukten auch aus anderen Währungsgebieten wie bspw. Fernost. Ferner rücken die Märkte in Europa, Asien und den USA aufgrund der vielseitigen Kommunikationstechniken immer mehr zusammen.Schlagzeilen mit dem Wortlaut "Starker EUR frisst VW Gewinn" oder "Dollar belastet BMW Gewinn" belegen die Aktualität des Themas. Vergleichbare Probleme haben auch viele andere Unternehmen wie bspw. Siemens, Porsche, Philips, DaimlerChrysler und Boss.Seit den achtziger Jahren hat die Wechselkursentwicklung des USD das Ergebnis der europäischen Automobilindustrie beeinflusst. Das Handelsblatt schreibt in der Ausgabe vom 04/05.05.2005, dass bei BMW das Vorsteuerergebnis trotz eines Quartalumsatzrekords um etwa 5% auf 812 Mio. EUR - bei erwarteten 830 Mio. EUR " sank. Dies sei u.a. auf den schwachen USD und eine höhere Wettbewerbsintensität zurückzuführen. BMW wurde kritisiert, sich nicht in genügendem Ausmaß gegen das Währungsrisiko abgesichert zu haben. Sollte der USD schwach bleiben, wird das - aufgrund der Wichtigkeit des amerikanischen Marktes - das Ergebnis von BMW stark negativ beeinflussen.VW hatte Anfang 2003 lediglich unter 40% des Währungsrisikos abgesichert. Nachdem der Neun-Monats-Gewinn in Nordamerika dann um über 90% sank, sicherte der neue Finanzvorstand in 2004 etwa 70% des USD Risikos ab. DaimlerChrysler sicherte das Währungsrisiko in 2004 zu fast 100% ab.Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen unabhängig von der Größe in der Regel die Währungsrisiken zu wenig absichern. Dies belegt einen erheblichen Handlungsbedarf bei den Unternehmen bezüglich der Absicherung von Währungstransaktionen.Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen können in gleichem Ausmaß das Unternehmensergebnis beeinflussen wie die Produktion und Vermarktung der Produkte. So kann bei einem fehlenden Währungsmanagement das gesamte operative Jahresergebnis aufgrund einer ungünstigen Wechselkursentwicklung verloren gehen oder sogar darüber hinaus einen Verlust begründen.In den letzten Jahren traten immer häufiger starke Wechselkursschwankungen an den internationalen Devisenmärkten auf. So kann eine Aufwertung des EUR gegenüber dem USD den Unternehmenserfolg bei europäischen Exportunternehmen sehr negativ beeinflussen.Die Differenz des Wechselkurses lag bspw. zwischen dem Tiefstkurs im Oktober 2000 mit 0,8160 USD/EUR und dem Kurs im Dezember 2004 mit 1,3600 USD/EUR bei 0,5440 USD/EUR. Das bedeutet - vom Tiefstpunkt aus betrachtet - eine Aufwertung des EUR von etwa 67%. In den letzten Wochen vollzog sich wieder eine kleinere Abwertung des EUR.Seit Anfang der siebziger Jahre wurde das Wechselkursrisiko immer bedeutender, nicht zuletzt deshalb, weil sich die Länder mit frei handelbaren Währungen von etwa 35 auf heute etwa 140 erhöhten.All dies erhöhte den Stellenwert von Absicherungsmöglichkeiten und schärfte das Problembewusstsein für die Notwendigkeit eines effektiven Währungsmanagements bei international tätigen Unternehmen.Neben der klassischen Absicherung gegen Wechselkursrisiken mit Devisentermingeschäften gewannen in den letzten Jahren immer mehr auch Devisenoptionen an Bedeutung.Zielsetzung dieser Arbeit ist es, das Währungsmanagement sowie die Absicherungsinstrumente Devisentermingeschäft und Devisenoption vorzustellen und deren Einsatzmöglichkeiten zu thematisieren.In der vorliegenden Arbeit wird zunächst auf das Währungsmanagement, das Währungsrisiko sowie auf die Relevanz der Wechselkurse für die Unternehmen eingegangen. Um zu verdeutlichen, wie offene Währungspositionen abgesichert werden können, werden die Absicherungsinstrumente Devisentermingeschäft und Devisenoption sowie verschiedene Absicherungsstrategien vorgestellt. Im Anschluss daran erfolgen Ausführungen über Anwendungsbeispiele und Anwendungsprobleme sowie deren Lösungsmöglichkeiten. Danach wird auf die Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IAS 39 eingegangen, sowie eine Schlussbetrachtung vollzogen.Das Thema dieser Arbeit ist von großer Aktualität. Der Export sowie der Import haben für Deutschland eine große Bedeutung. Es existieren viele international tätige Unternehmen, deren wirtschaftlicher Erfolg von den Wechselkursveränderungen beeinflusst wird. Um das daraus resultierende Risiko rational steuern zu können, ist ein effektives Währungsmanagement unumgänglich geworden. Dennoch sichern viele Unternehmen ihre Währungsrisiken nicht bzw. nicht in genügendem Ausmaß ab und haben aufgrund der starken Wechselkursschwankungen der letzten Jahre erhebliche Verluste zu tragen.Es kann jedoch keine generelle Empfehlung zur Anwendung der einzelnen Absicherungsinstrumente und Absicherungsstrategien gegeben werden, da die Wahl von vielen Faktoren beeinflusst wird. Welche Risiken abgesichert werden können, wann sich welche Instrumente eignen, welche Probleme bei einer gewünschten Absicherung entstehen und wie diese gelöst werden können bzw. wo die Grenzen der jeweiligen Strategien liegen, wird im Rahmen dieser Arbeit thematisiert.

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