Beschreibung

Die apokalyptisch anmutende Katastrophe in Japan führt uns eindrücklich vor Augen, daß wir längst in die Situation des Zauberlehrlings geraten sind: Nicht wir beherrschen Natur und Technik, sondern sie uns! Naheliegenderweise wird nun der Ausstieg aus der Atomenergie diskutiert, doch der Energiebedarf moderner Gesellschaften wird dadurch ja nicht automatisch geringer, dazu braucht es vor allem mentaler Anstrengungen. Daher stellt sich zwangsläufig die Frage, wie wir von unserem suchtartigen Verlangen nach immer mehr auf allen Ebenen herunterkommen, obwohl wir längst schon viel zu viel haben: zu viele Dinge, die unsere Wohnungen verstopfen, zu viele Informationen, die Chaos im Kopf verursachen, zu viele Erlebnisse, die unsere Gefühlskapazitäten überfordern. Ein Überfluß, den wir kaum noch verarbeiten können " Burnout und Depressionen grassieren.Den wenigsten ist bewußt, daß es hochprofessionelle, aus der Psychoanalyse stammende Methoden sind, mit denen unsere Aufmerksamkeit zersplittert und wir auf ständig neue käufliche Außenreize konditioniert werden. Edward Bernays, ein Neffe Freuds und der Erfinder der modernen PR, machte in den 20er Jahren tiefenpsychologische Methoden für amerikanische Unternehmen nutzbar, als diese verzweifelt nach neuen Absatzmöglichkeiten ihrer Massengüter für eine völlig gesättigte Gesellschaft suchten. Wenn wir aber die grassierende Gier beklagen, müssen wir aufhören, unsere Wünsche und Bedürfnisse manipulieren zu lassen und von selbstverliebten Ichlingen und narkotisierten Konsumsklaven wieder zu wachen, aufmerksamen Menschen werden.

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